Sonntag, 17. März 2013

Wie gelähmt

Wie gelämt betrachte ich das Bild,
drücke es an meine Brust,
schaue wieder darauf,
wie viel Zeit ist vergangen, seit ich es von der Wand genommen habe?!
Ich weiß es nicht.
Schaue wieder darauf,
eine Träne tropft auf das Bild.
Auf dem Bild das Lächeln, das mich mein Leben lang begleitet hat,
mir Liebe geschenkt hat,
und vieles mehr gegeben hat.
In Gedanken bin ich bei dir, merke noch, wie warm du bist.
Habe Angst, deine warme Hand mit meiner kalten zu berühren, dir die Wärme zu klauen, die du brauchst.
Doch deine Hand ist kalt. Jetzt ist sie kalt. Da ist keine Wärme mehr, kein Leben.
Wo auch immer du bist, ich hoffe, dir geht es gut!
Es war dein letzter Wunsch, dein einziger Wunsch.
Er ist erfüllt worden, und das ist auch gut so, aber es tut so weh!
Es tut vor allem weh, dich nicht nochmal gesehen zu haben.
Nicht mehr deine Hand gehalten zu haben.
Dir nicht nochmals gesagt zu haben: "Oma, ich hab dich lieb!"
Auch wenn ich weiß, dass du es weißt, dass ich es dir gesagt habe.
Ich weiß, dass es beser für dich ist, dass du jetzt nicht mehr leiden musst.
Und trotzdem ist es für die, die überleben hart.
Vielleicht sind es die falschen Worte: "Lebe wohl!"

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