Mein Kopf fühlt sich an, als sein er übervoll: Vieles, das ich mir merken möchte, vergesse ich zu schnell wieder. Es fällt mir dann erst zu spät wieder ein.
Und trotzdem fühlt er sich an, als sei er komplett leer, oder, als sei ich komplett leer.
In den letzten Tagen und Wochen verkrieche ich mich immer mehr in meinem Zimmer, es ist ja eingetlich mein Arbeitszimmer, aber es ist mein Rückzugszimmer geworden, wenn die Welt mir zu viel ist.
Die Arbeit läuft schleppend, weil ich mich nicht darauf konzentrieren kann.
Der Verwaltungsquatsch wächst mir über den Kopf.
Dies scheint aber nach Außen anders zu wirken: "Du bist so strukturiert und konzentriert. Bei dir läuft echt alles rund!" - "Wir sind sehr überzeugt von Ihnen!"
Wenn das nur die Kids auch so sehen würden. Ich bin ihnen viel zu streng, ungerecht,...
Manche haben es in Gesprächen dann aber eingesethen. Merken, dass ich ihnen helfen will.
Andere verstehen das absolut nicht. Da ist gutmütiges Abwarten nicht gütig genug, konsequentes Durchziehen von Vorankündigungen nicht absehbar...
Ich darf mich im nächsten Jahr vermehrt Verwaltungsaufgaben widmen, weil ich ein ach so großes Potential habe, zu leiten und zu organisieren, systemisch zu denken. Es mag sein, dass ich offener denke und meine Auffassungsgabe es mit ermöglicht, auch aus meinem kleinen Kosmos heraus zu denken (was bei uns tatsächlich nicht alle können), aber bin ich wirklich so gut? - Mich plagen die Selbstzweifel.
Es gibt aber auch wirklich gute Momente: Gestern erst habe ich mit einem Kind und den Eltern gesprochen. Es ging um Schulprobleme, und wie man die in den Griff bekommen könnte. Speziell ging es um Sprachen. Die Eltern waren dankbar, nicht alleine sein zu müssen und das Kind war erleichtert, weder Ärger zu bekommen, noch unter Druck zu geraten. Am Ende sind wir alle mit einem Lächeln und einem Lösungsansatz gegangen, mit dem alle leben können, auch wenn er mich am wenigsten betrifft.
Und dann doch auch wieder solche Momente:
Uns wird gerade eine Fortbildungsreihe zu psychischen und psychosomatischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen angeboten. Da nehme ich, als kümmernder Betreuuer natürlich teil...und um meine eigenen Probleme zu kaschieren. Bei den Erzählungen ein entsetztes Gesicht zeigen und schon denken alle, ich wüsste nicht, wie es den Kids ginge...und innerlich könnte ich weinen, weil ich genau weiß: Das geht/ging dir auch so!
Momentan ist mein Leben ziemlich schwarz. Es ist nicht gut, jeden Tag mit Kopfschmerzen aufzuwachen und wieder ins Bett zu gehen, mit Gedanken an und um den Körper und warum er so schlecht auf Anstrengung reagiert, warum er so wenig belastbar geworden ist und warum er so aussihet, wie er ist den Tag zu verbringen, mit Trauer und Wut und Sehnsucht über die Zeit "zu Hause" nachzudenken, ich fühle mich noch immer nicht zu Hause hier.
Vorgestern bin ich weinend in den Armen meines Liebsten zusammen gebrochen: "Ich will einfach nur zu Hause sein, und eigentlich ist zu Hause bei dir!" - ich glaube, das zeigt meine Lebenslage momentan sehr gut.
P.S.: Es ist fast drei Monate her, dass ich gepostet habe. Es waren auch immer Zeiträume von über zwei Wochen, die vergangen sind, bevor ich es wieder zustande gebracht habe, Blogs zulesen, meine Zeit ist momentan zu eingeschränkt!