Samstag, 17. August 2013

Niemals

Dies wurde ein langer, wirrer, negativer Post. Entschudligt das bitte! Ich wollte doch versuchen positiver, geordneter, sinnvoller zu schreiben.


Niemals werde ich diese Stadt mögen
Niemals ihre Bewoner mögen
Niemals mich hier wohl fühlen
Niemals mit dieser Mentalität klar kommen
Niemals mich an dies alles hier gewöhnen

Blogeintrag Nr. 199. Die 198 ist 13 Tage her.
Man könnte denken, mir geht es gerade gut. Mir ging es ja auch ganz gut in der Zeit vorher. Ich hatte mich darauf gefreut, hier her zu kommen. Aber ich hatte seither schlichtweg keine Zeit mehr, Blogs zu lesen oder auch zu schreiben.
Tagelang 4 Stunden Schlaf und den Rest des Tages arbeiten. Mir fehlt schlichtweg die Vorbereitung auf den Job. So vegetiere ich von Tag zu Tag, versuche zu überleben.

Warum nochmal bin ich hier her gekommen?
Ach ja, der Liebe wegen.
Doch was bringt die Liebe, wenn sie doch trotzdem noch eine Fernbeziehung bleibt.
Er ist dauernd auf geschaftsreise. Seit ich hier wohne war er jede Woch weg, kam Freitags, teils erst um 23.30 Uhr zurück und ist montags wieder geflogen. Es ist alles liegen geblieben, wirklich alles. Er wollte sich darum kümmern, dass unsere doppelten Sachen weg kommen, dass der Keller aufgeräumt wird,...nichts ist gemacht. Klar, er ist ja nicht da.
Diese Woche die Überraschung: "Ich muss erst am Donnerstag fliegen" war die Nachricht am Montag. Und das, obwohl er mit gepackter Tasche auf Arbeit ist.
Normalerweise wäre das wirklich toll gewesen. Aber genau diese Woche habe ich Montag und Mittwoch von 7 bis 20 Uhr bzw. 22 Uhr arbeiten müssen. Wunderbarer Zufall.

Gestern Abend ist dann alles eskaliert. Als ich endlich fertig war mit arbeten - ein anstrengender 11 Stunden Tag mit vielen Erkenntnissen, die mich eh schon aus der Bahn geworfen haben - habe ich 2 Sms, 10 Nachrichten in Whatsapp und zwei verpasste Anrufe auf meinem Handy. Alles von ihm:
Er kommt nicht!
So mal schnell musste er 2 Stunden länger arbeiten, was dann dazu führte, das er keinen Flug mehr nach Hause hatte.
Mir ging es eh schon schlecht. Hatte mal wieder massiv Heimweh und dann...dann kommt diese Nachricht.
Ich bin nur deshalb hier her gekommen, in die schlechteren Arbeitsbedingungen, um keine Fernbeziehung führen zu müssen. Und dann ist er für mich gar nicht da.

"Wir machen dann am Samstag was besonderes, ich überlege mir was!" - hatte er mir gesagt. Das besondere ist es jetzt, den Samstag allein zu verbringen.

Ich hatte mich gefreut, mir überlegt, für ihn zu kochen, wollte nur noch einkaufen gehen, hatte vor, mich heraus zu putzen, die Wohnung zu richten. Weils bei mir länger ging als gedacht war da schon eingies nicht mehr drinnen. Aber dass so ein Arschtritt kommt.

War ja nicht so, dass sich die Rückflug aber auch die Hinflugzeiten ständig geändert haben. Es war eingetlich in jeder Woche so, dass er mal statt am frühen Abend mitten in der Nacht an kam. Oder statt mittags plötzlich früh am Morgen fliegen musste. Das ging ja alles noch. Aber jetzt hat sein Arbeitgeber den Vogel sowas von abgeschossen. Und die Höhe von allem ist, dass er die Überstunden gar nicht bezahlt bekommt oder abfeiern kann, er muss sie eben machen.

Ich hatte mich gefreut und dann...

Es war nicht meine Absicht, mir selbst etwas anzutun, aber ich war kurz davor so richtig zu fressen, hatte das Bedürfnis, zu kotzen, mir weh zu tun, noch mehr zu machen...und habe dann immer wieder Schmerztabletten genommen. Nur um mich zu betäuben. Keiner hier, mit dem ich hätte reden können, der einzige, den ich hier habe war ja nicht da.

Heute konnte ich dann zählen, es waren wohl um die 25 Schmerztabletten, viel weiß ich nicht mehr von. Was auch immer sonst noch gestern Abend passiert ist: Ich kann mich an nicht mehr viel erinnern.
So viel weiß ich noch: Es ist alles drin geblieben und ich bin wieder aufgewacht (leider?!).

Nachwirkungen: Mein Gesicht sieht meinem nicht ähnlich, meine Beine und Hände sind unendlich dick, mein Bauch aufgebläht, schmerzt und mir ist übel. Ach ja: Ich hab Kopfschmerzen von den Schmerztabletten und dabei dürfte ich noch eine riesige Konzentration des Wirkstoffes im Blut haben.

Die letzte Nacht hätte anders enden können. Vielleicht hat mich mein kleiner weißer Kater davor bewahrt. er weicht mir nicht von der Seite, lag heute früh, als ich aufgewacht bin - kurz vor 6, die Nachbarn haben durchgefeiert - lag er auf meinen Beinen, ist mit mir auf Klo gegangen, hat seinen Napf links liegen gelassen, als ich ihm Futter gemacht habe und kam wieder mit mir ins Bett.
Auch jetzt liegt ein kleiner weißer Kringel auf meinen Beinen und schaut mich aus hellblauen Augen fragend an. "Warum ist hier alles anders?" fragen sie. "Bitte bleib bei mir!", sagen sie mir.
Sein Schnurren beruhigt mich. Es tut gut.

Es gibt immer wieder Argumente dafür, dass Katzen es nicht merken, wenn es ihren Menschen schlecht geht. Meiner merkt das; vielleicht nicht, dass es mir schlecht geht, aber dass was anders ist.

Es gibt auch Studien darüber, dass Tiere und vor allem das Schnurren von Katzen zur seelischen und teils auch körperlichen Genesung beitragen.
Am liebsten würde ich ihn schnappen und wieder nach Hause fahren. Nicht meinen kleinen Mietz hier lassen, in dieser mießen Stadt.

Zu den Menschen hier kann ich auch mal etwas schreiben. Nur so viel: Die Mentalität passt überhaupt nicht zu mir. Hier sind die Menschen verlogen. Und genau diese Erkenntnis hat mich gestern auch getroffen. Leider.

Sonntag, 4. August 2013

Fast 200

Zunächst: Vielen lieben Dank für eure Kommentar!

Es ist schwierig, die Heimat los zu lassen und sie wird nie nicht meine Heimat sein. Trotzdem werde ich mich hier (hoffentlich) irgendwann wohl fühlen. Und glaubt mir, ich gebe mein Bestes.

Gerade ist es mir aber alles zu viel. Ne, eigentlich nicht. Aber mir fehlt die Zeit zu vielen Dingen.
Es gab auch noch eine Aufgabe, von der ich nichts wusste, die jetzt viel Zeit in Anspruch nimmt, weil meine Vorgängerin geschludert und wahrscheinlich auch Geld unterschlagen hat.
Das wird aber bestimmt alles.
Nach 6 Arbeitstagen muss ich heute auch noch was machen und morgen beginnt die Woche wieder.

Immerhin habe ich sehr sehr liebe Kollegen. Freitag war ich mit zwei davon unterwegs. Wir waren in einer Kneipe bzw. saßen davor. Die haben vor der Kneipe einige Biertische aufgebaut und man kann sich da einfach davor setzen. Alkohol gabs trotzdem nicht für mich. War mir einfach nicht danach.
Ein Eis gabs auch noch. Das ging sogar ohne große Scheu aber leider nur, weil ich den Tag über zu wenig gegessen hatte. Ich glaube bei dem immernoch (für mich) zu heißen Wetter verständnlich.
Gegen halb 11 war ich auch wieder zu Hause, mein Liebster kam da auch zurück - von seiner 5tägigen Geschäftsreise.
Morgen darf er wieder weg, für - tatatata: 5 Tage!


Bald ist mein 200ster Post. Eigentlich wollte ich da mal wieder was schönes schreiben. Also was mit Sinn und Verstand.
Aber genau hierfür fehlt mir die Zeit.
Mir geht es gerade wirklich nicht schlecht. Eigentlich sogar recht gut.Und trotzdem fehlt mir etwas, weil mir die Zeit fehlt.
Zum Sport komme ich nicht so, wie ich will oder wenn ich Zeit hätte ist es mir wirklich zu heiß.
Die Wohnung ist noch nicht so aufgeräumt, wie ich das gerne hätte. Dazu fehlt aber auch meinem Liebsten die Zeit. Da fehlen noch Haken in der Wand, damit mehr Stauraum da ist. Da müssen noch Unmengen an Dingen beseitigt werden, weil wir sie doppelt haben, da müssten noch ein paar Fuhren zum Müllplatz,...

Irgendwann werden wir genügend Zeit dafür haben.

Ich arbeite jetzt mal weiter, damit ich morgen vielleicht zufriedener werde.

P.S.: Essen geht sogar einigermaßen. Es ist manchmal zu wenig, aber dafür wieder regelmäßiger mit weniger Süßem. In der letzten Woche habe ich eine Tafel Schokolade (nicht ganz) gegessen. Und das über die ganze Woche verteilt und nicht auf ein Mal!