Dienstag, 26. Mai 2015

Sportsachen: Läuft bei mir?! - Minutenlauf-Methode

Der letzte Sportpost ist schon länger her. Liegt vielleicht auch daran, dass ich eher auf der Stelle trete, sowohl, was das laufen betrifft, als auch mein Leben.

Beim Laufen ist es nicht ganz so dramatisch:
Bis auf eine Krankheitswoche (tatsächlich mit Fieber) bin ich in diesem Jahr wirklich in jeder Woche mindestens ein Mal, eher zwei bis sogar fünf mal gelaufen. Maximum momentan nur 10,5 km bzw. 60 Minuten. Im Dezember war ich gerade einmal 8km unterwegs. Das lag zum einen daran, dass ich quasi nur im Stress war und zu einem kleineren Teil daran, dass ich latent krank war. Auf Arbeit war ständig Grippewelle und nach meiner Erfahrung im letzten Sommer habe ich einen kratzenden Hals überernst genommen. Vielleicht unnötig, aber für mich wichtig. Noch eine fast Lungenentzündung in einem Jahr brauche ich nicht.

Es fiel mir sehr schwer wieder zur Form zurück zu finden bzw. annähernd zurück zu finden.
Ende des Sommes bin ich durchgängig rund um die 5:00min/km auch über 15 km gelaufen.
Im Winter musste ich wieder bei wenigen Kilometern und 6min/km beginnen und es ging sehr sehr langsam voran.

Ich hatte ein kleines Problem mit Atmung und Herz, das mir sehr Angst gemacht hat.
Es lief einfach gar nicht.

So langsam komme ich wieder in Trab, habe jeden Monat meine Kilometerzahl insgesamt und die der langen Läufe gesteigert. Leider habe ich es nicht geschafft, mich zu zwingen, Minuten zu laufen und bin meist zu schnell angegangen.

Ich möchte das Minutenlaufen kurz vorstellen:
Minutenlaufen ist ideal zum (Wieder-) Einsteigen: Man beginnt mit der maximalen Minutenzahl, die man schafft. Ganz am Anfang fünf oder zehn Minuten maximal.
Anschließend wird gegangen und das ganze wiederholt. Ein Wiedereinsteiger kann auch eine dritte und vierte Wiederholung anhängen.

Wichtig ist, dass die Beine am Ende nicht müde sind, und der Puls unten bleibt. Unten heißt Grundlagenausdauer 1 (GA1)  Bereich, das sind rund 70% des maximalen Pulses (220-Lebensalter).
Wenn man 20 Jahre alt ist, sind das 0,7(220-20) = 0,7*200 =140 Schläge je Minute.
Dazu braucht man keine Pulsuhr, ein Trainingspartner tuts auch: Schweigen ist Silber, reden ist Gold - wenn man reden kann oder könnte ist alles im grünen Bereich.

Es wird alle zwei Tage trainiert und wöchentlich um 5 bis 10 Minuten gesteigert.
Auf diese Art kommt man sehr schnell auf längere Laufzeiten und Strecken, ohne zu überanstrengen. Es kommt nämlich nicht auf die Strecke, sondern auf die Zeit an. Läuft man langsam, ist diese Zeit zu erreichen, läuft man schnell, dann nicht.

Ich habe ein ähnliches Trainingsprinzip mal in einem Läufer-Blog gelesen und es ausprobiert.
Es erfordert aber beim Wiedereinstieg eine hohe Disziplin, nicht zu schnell zu laufen.

Das ganze ist nicht ewig durchziehbar. Ab einer bestimmten Zeit macht der Körper die Steigerung nicht mehr unbegrenzt mit. Die Erhöhung der Zeit ist dann nicht mehr so schnell möglich. Das ist aber erst ab weit mehr als 5km der Fall (bei mir waren es ca. 70 Minuten).
Es ist dann möglich auf Trainingspläne umzusteigen: Schneller werden auf eine gewisse Distanz oder Distanz auf mehr Kilometer steigern.
Wichtig ist auch, dass man, wenn einge geiwsse Grundlangeausdauer vorhanden ist, verschiedene Läufe macht (Longjog, Intervalle, Fartlek,...).
Dazu vielleicht ein anderes Mal.

Und zur Motivation: Ein paar Bilder von Jordan "Pony" Hasay (23 Jahre), aufstrebende Läuferin aus den USA
Vor ihr läuft übrigens Mocki, beste deutsche 10000m Bahn Läuferin bei der WM2013 in Moskau.
Loving her hair and runnerarms!

Samstag, 23. Mai 2015

Kopfsachen: Die selbe alte Leier

Es sind immer wieder die selben Gedanken, die selbe Leier in meinem Kopf.
Die selben Worte, die mich immer und immer wieder begleiten:
Versager, falsche Schlange, ungenügend, Versager, wer soll dich lieben, geschieht dir recht, Versager,...
Irgendwie geht es nicht voran in meinem Leben. Ich schaffe es nicht, die Arbeit auf die Reihe zu bekommen, müsste für den Urlaub eine Sprache lernen (ok, mit Englisch ginge es auch, aber meines ist schlecht), will eigentich mehr laufen, mehr auf meiner gleibten Viola spielen, mich mehr um meinen Liebsten kümmern, mehr machen, mehr leben, mehr...
Und was mache ich mehr? - Mich selbst zerstören.
Vielleicht erwarte ich zu viel von mir, von meinem Liebsten, von meinem Leben?
Wir waren in dem Hotel, in dem er mir den ersten Antrag gemacht hat. Wie ja bekannt ist, haben wir noch immer nicht geheiratet. Und da eine Verlobung ein Jahr lang gilt (ja, da gibt es sogar ein Gesetz zu!), sind wir auch nicht mehr verlobt, schon seit Monaten nicht mehr. Als er vorgeschlagen hatte, in dem Hotel zu übernachten, hatte ich Hoffnung. Aber will er das überhaupt noch? Ist er wirklich glücklich mit mir? Will er wirklich sein Leben mit mir verbringen? Will er mit mir glücklich sein?

Was mich momentan runter zieht:
Alles, was mit Romantik zu tun hat - so, wie es scheint, kann er die nämlich nicht (oder er versteht Sex unter Romantik)
Alles, was mit Hochzeit zu tun hat - so, wie es scheint, werde ich nämlich nie heiraten und leider heiraten um mich herum irgendwie alle!
Alles, was mit Kindern zu tun hat - so, wie es scheint, werde ich nämlich nie welche bekommen und leiter bekommen gerad um mich herum irgendwie alle Kinder!
Alles, was mit Glück zu tun hat - so, wie es scheint, werde ich nämlich nie glücklich werden.

Sogar meine Kids ziehen mich runter: Ich wäre gerne noch einmal so jung und würde gerne all das erlbeben, was sie gerade erleben. Und ich möcht erLEBEN, nicht einfach meine Jungend an mir vorbei gehen lassen.

Samstag, 16. Mai 2015

Kopfsachen: Lass mich doch einfach so, Vater!

Meine Eltern hatten sich so oft beschwert, ich sei schon Jahre nicht mehr zu Hause gewesen.
Gut, es war vor allem mein Vater. Das Wochenende, das ich für den Geburtstag meiner Schwester nach Hause gekommen bin, zählt für ihn nicht, weil: 1.) "Das war ja nicht für uns, sondern für deine Schwester!" und 2.) "Das war doch sowieso nur ein Tag!"
Aber 1.) Ja, aber ich kann eben nicht alle paar Monate 300€ ausgeben, um nach Hause zu kommen - aber "Ja, aber" gibt es ja bei ihm nicht!
Aber 2.) Nein, das war Freitag nach der Arbeit und gegen 16 Uhr bei ihnen und Sonntag so spät zurück, dass ich erst um Mitternacht zu Hause war und um 6 wieder aufstehen musste.

Nun war es wieder so weit: Vier Tage mit meinen Eltern, am Tag 2 krachte es.
Mal wieder mein Vater. Eine Nichtigkeit. Doch er hatte einfach recht!
Bei mir funktionierte etwas mit dem Computer nicht so, wie er meinte, dass es das tun müsste. Er akzeotierte es einfach nicht. Er konnte einfach nicht zugeben, dass es bei mir eben vielleicht nicht so funktionieren kann.
Er hat einfach immer recht.

Während er weg war, habe ich meiner Schwester und meiner Mutter die Wahrheit gesagt: Er macht mich kaputt, wegen ihm komme ich nicht häufiger. Ja, ich würde für die beiden das Geld ausgeben, aber nicht, um mich dann in den wenigen Tagen, die ich da bin so fertig machen zu lassen, dass ich danach wieder starke Probleme mit mir selbst habe.
Es ging nämlich weiter: Er konnte wieder nichts tolles an mir finden - Korrektur: Er hat nicht danach gesucht, sondern nur nach Fehlern. Und davon hat er einige gefunden. Es ist so weit gegangen, dass er mir Vorwürfe gemacht hat, dass mein Liebster noch immer keinen besseren Arbeitsplatz gefunden hat. Kann ich was dafür, dass es in seiner Brache zur Zeit einfach richtig mistig ist, was den Arbeitsmarkt angeht?!

Es war einfach nur fürchterlich.

Heute ist der erste Tag wieder zurück und es geht mit schlecht. Ich kann mich auf nichts konzentrieren, bis auf die Tatsache, dass ich nicht das bin, was er offensichtlich von einer Tochter erwartet: Perfekt.

Ich sehe an mir all das, was nicht perfekt ist und hasse mich selbst für jede einzelne nicht perfekte Zelle, für jeden einzelnen, nicht perfekten Charakterzug, Gedanken, für jedes einzelne nicht perfekte Gefühl - und davon habe ich eine Menge!

Irgendwann dachte ich, er habe verstanden, dass ich vor allem eines von ihm brauche: Er soll mich so lassen, wie ich bin!