Freitag, 23. Oktober 2015

Wunderschöner, hässlicher Herbst

Die tiefstehende Sonne scheint warm und weich auf die Blätter, die gelbe Färbung kommt besonders zur Geltung und das Licht leuchtet tausendmal wärmer, als es wohl eigentlich ist.
Der Wind nimmt immer wieder Blätter mit, es sieht aus, als ob tausend Schmetterlinge in der angenhem modrig riechenden Luft flattern - gelbe und rote Schmetterlinge.

An solchen Tagen lieb ich den wunscherschönen Herbst. Er ist vol von Freude und Lachen.
Doch ich bin melancholisch und denke an die Zeit, die bevorsteht und vergangen ist: Grau, kalt, trist
Auch so hässlich kann der Herbst sein. Sollte mich des Tages und des Lichtes freuen, doch kann ich es nicht...



Bei dem Licht muss ich an eine bestimmte Person denken, die mich beeindruckt hat. Ich habe lange damit gehadert, es zu schreiben, weil ich weder mich noch sie enttarnen möchte, aber jetzt schreibe ich einfach von dieser wundervollen Person: Sie ist eine junge Lehrerin die ich kennen gelernt habe, als ich mit meinen Kids unterwegs war. Im Nachbargang wohnte eine Klasse mit über 30 Kindern. Einige davon hatten schweres Heimweh, aber die Lehrerin hat es hinbekommen, dass alle geblieben sind und alle schlafen könnten. Im Gegensatz zu unserem Gang war dort ab 10 Uhr Ruhe und die Kinder mussten morgens geweckt werden...Ich habe zugehört, wenn sie den Kindern abends Geschichten erzählt hat. Viele Türen durften offen bleiben, damit die Kinder Licht hatten.
Sie hat genau dieses Licht, das ich oben beschrieben habe, verwendet, damit sich die Kinder in ihren Betten wohl fühlen. In meinen Gedanken sah ich die Kinder lächelnd einschlafen.
Ich war so neidisch auf sie, so eine bewundernswerte Frau, die sogar hübsch und intelligent ist, die in ihrem Job aufzugehen scheint und auf mich wirkte, als ob sie das Leben liebt.
In zwei Situationen hat sie dann aber ihre Maske verloren und in den Momenten wirkte sie eher, wie eines der Heimwehkinder. Ich bewundere sie, wie sie so viel Kraft aufbringen kann und gleichzeitig mit sich selbst kämpft und ich frage mich, wie ein so wundervoller Mensch nicht wissen kann, dass er wundervoll ist.

Dienstag, 20. Oktober 2015

Kopfsachen: Spiralen in die Tiefe

Ich drehe mich im Kreis, immer wieder beginnt alles von vorne.
Die unendliche viele, investierte Kraft, sie ist umsonst, immer wieder beginnt alles von vorne.

Doch ich merke: Ich drehe mich nicht im Kreis, ich bin auf einer Spirale abwärts, von vorne und doch anders, tiefer, dunkler, kraftloser.