Die Sonne scheint durch das bunte Laub hinunter durch die Bäume.
Am Morgen war noch alles trüb und grau und regnerisch und trotz Winterzeit noch dunkel.
Ich kämpfe mich voran, denn es weht ein strammer Herbstwind, mir entgegen.
Es fällt mir schwer, Fuß vor Fuß zu setzen. Mein Körper ist schwach.
Die Sonne steht hinter mir, vor mir ein Schatten auf dem Boden.
Bin das ich?
Der Schatten fast kleiner als ich und doch so schmal...der Schatten täuscht. Oder bin ich das nicht?
Die Hose flattert im Herbstwind, ebenso die Haare, sie fliegen um meinen Kopf herum.
Jeder Schritt fordert Kraft, die Treppen zu steigen ist schwierig.
Nein, es ist nicht das wenige Essen, am Wochenende war es doch mehr als in den letzten Wochen. das darf ich mir nicht einreden.
Es ist auch nicht das niedrigere Gewicht, denn es ist nicht niedrig.
Es ist auch nicht das lange Stehen - heute immerhin 6 Stunden, das tut sonst auch nichts.
Mal wieder hat es mich erwischt, Erkältung, Grippe oder was auch immer, meine Nase ist zu, ich bekomme schwer Luft, mir tut alles weh.
Ich rede mir ein, mir geht es gut und es ist alles kein Problem, alles normal, kein Kampf die Treppe hoch, kein Kampf zu laufen. Kein Hunger.
Am Wochenende waren wir mal wieder zu zweit bei seinen Eltern. Seine Großmutter ist schwer krank, wie lange sie noch leben wird ist fraglich. Nach einer Blutvergiftung sind ihre Nieren kaputt und für Dialyse ist sie eigentlich schon zu schwach. Dazu kommt, dass sie senil ist, sie hat stark abgebaut seit wir sie das letzte Mal besucht haben. Das war Anfang September.
Jetzt erkennt sie mich nicht mehr, damals war sie noch sehr froh, dass ich da war, hat sich gefreut.
Dafür sind wir 3,5 Stunden hin am Freitag abend und 3,5 Stunden zurück am Sonntag nachmittag zusammen mit seinem Cousin. Wir haben viel gelacht, sein Cousin ist echt ein Freak, aber ein total lieber. Die ganze Zeit läuft sein Mundwerk, plappert vor sich hin. Und er lästert so gerne über die Freundin des Bruders meines Liebsten und auch über den Bruder.
Die beiden hatten sich Sonntag mal wieder in den Haaren.
Hauptleidtragender: Der Hund der Freundin.
Das arme Tier haben die zwei über Nacht alleine gelassen - Zuflucht bekam er bei uns, Gassi waren wir auch, am Abend und am Morgen. Der Hund ist wirklich lieb, verzogen und verwöhnt aber lieb.
Eigentlich ein schönes Wochenende, aber anstrengend. Vor allem mit angehender Erkältung und viel zu tun. Heute ist wieder sooo viel zu tun und ich kann gerade nicht mehr.
Seit etwa 20 Tagen bin ich unter 2000kcal jeden Tag, meißtens unter 1000. Auch am Wochenende habe ich es so niedrig wie möglich gehalten. Heute früh: 58,7kg insgesamt 2,4kg weniger als am Anfang dieser 20 Tage.
Heute dann das Backen von zwei Kuchen...und ich hab mal wieder viel zu viel genascht - bestimmt heute ran an die 2000kcal. Egal, ich schaue, was der Tag morgen bringt, er wird sicher besser.
Es geht mir wieder etwas besser, bin aber in einem tiefen dunklen Loch und schaffe es gerade nicht raus. Das wenig Essen geht auch automatisch, ich habe einfach auf nichts Appetitt oder auf das Appetitt, was ich gerade nicht bekommen kann. Insgesamt esse ich einfach zu wenig, das weiß ich, der angenehme Nebeneffekt ist das Gewicht.
Mal wieder viel zu viel, viel zu unzusammenhängend und schlecht geschrieben (ihr kennt ja nichts anders von mir) mein Hirn ist gerade einfach nur noch Matsch, glaube ich.
Montag, 28. Oktober 2013
Mittwoch, 23. Oktober 2013
Was wurde aus mir?
Über meinem Schreibtisch hängen Bilder: Fotos meiner Familie, meiner Lieben, meiner Heimat.
Dort sind Bilder meiner Großmütter, beide schauen lachend in die Kamera.
Die eine trägt den Pullover, den sie so sehr liebte, er ist blau, ihre Lieblingsfarbe. Sie lächelt so liebevoll in die Kamera, ihr Blick und ihr Lächeln sind freudig und geben so viel Liebe.
Die andere steht mit meiner Tante vor der dem Haus, in dem sie mehrere Jahre lebte.
Genau diese Zeit hat meine Oma geprägt, depressiv gemacht.
Doch auf diesem Bild lacht sie ehrlich, so ehrlich, wie es nur meine Oma konnte. Sie lachte insgesamt nicht oft, ihr Leben hat sie so gemacht. Doch wenn sie lachte, dann lachte sie ehrlich.
Dort hängen Ansichten auf meine Heimatstadt, die mich immer wieder daran erinnern, wie wunderschön es dort ist.
Dort hängt eine "Kollage" von Bildern meines Liebsten mit einer Erinnerung an unsere Verlobung, Erinnerungen an wundervolle Zeiten, an Zeiten, als alles möglich schien und die Zukunft so rosig war.
Dort hängt ein Bild meiner Familie, 2009 haben wir dieses beim Fotografen machen lassen - ein letztes wirkliches Familienbild, es war kurz nachdem ich ausgezogen war.
Und dort hängt ein Bild von mir. Ein Bild von meinem ersten Schultag. Ich sehe in meine eigenen Augen, in ein Gesicht voller Neugierde und Spannung, Fröhlichkeit, Vorfreude aber auch etwas Angst.
Ich sehe dort mich selbst, mein eigenes Gesicht und erkenne mich. Das bin ich.
Ich gehe zum Spiegel, schaue hinein und erkenne nicht dieses kleine Mädchen, erkenne nicht die Neugierde, Spannung, Vorfreude, Fröhlichkeit, ich erkenne Angst und Traurigkeit.
Das Bild ist schön, ist es wirklich. Es entstand in der Schulaula, die Sonne scheint auf meine Haare, der Hintergrun ist schwarz, als ob der Hintergrund von einem Fotografen dort hin gesetzt wurde. Es ist ein Portrait, ein Zufallsbild udn doch ist es, als ob es lange Zeit und Übung gekostet hätte, es zu stellen. Es ist wundervoll, eine wundervolle Erinnerung.
Meine Augen strahlen auf diesem Bild, ich lächle, unbeschwert, absolut nicht gestellt. Es war ein schöner Tag.
Im Spiegel sehe ich das gleiche Gesicht, 20 Jahre älter (und so sehe ich nicht aus) und so viel bitterer.
Was ist aus mir geworden? Warum bin ich so geworden, wie ich bin?
Wie konnte ich so traurig werden?
Ich versuche ein Lächeln, ein Lachen und sehe keine Ehrlichkeit, keine Liebe.
Ich schaue in meine Augen, dort ist kein Glanz mehr, dort ist Leere, dort ist nichts.
Und wäre das Licht wundervoll und es der beste Fotograf, der das Bild von mir versucht, es wäre nicht so ehrlich und unbeschwert, nicht so wundervoll und schön, wie das Bild von mir am Tag meiner Einschulung. Die 20 Jahre haben mich gezeichnet. Äußerlich nicht so stark, mein Gesicht sieht eher aus wie 10 Jahre älter, doch mein Blick sieht aus, als sei ich schon lange tot.
Dort sind Bilder meiner Großmütter, beide schauen lachend in die Kamera.
Die eine trägt den Pullover, den sie so sehr liebte, er ist blau, ihre Lieblingsfarbe. Sie lächelt so liebevoll in die Kamera, ihr Blick und ihr Lächeln sind freudig und geben so viel Liebe.
Die andere steht mit meiner Tante vor der dem Haus, in dem sie mehrere Jahre lebte.
Genau diese Zeit hat meine Oma geprägt, depressiv gemacht.
Doch auf diesem Bild lacht sie ehrlich, so ehrlich, wie es nur meine Oma konnte. Sie lachte insgesamt nicht oft, ihr Leben hat sie so gemacht. Doch wenn sie lachte, dann lachte sie ehrlich.
Dort hängen Ansichten auf meine Heimatstadt, die mich immer wieder daran erinnern, wie wunderschön es dort ist.
Dort hängt eine "Kollage" von Bildern meines Liebsten mit einer Erinnerung an unsere Verlobung, Erinnerungen an wundervolle Zeiten, an Zeiten, als alles möglich schien und die Zukunft so rosig war.
Dort hängt ein Bild meiner Familie, 2009 haben wir dieses beim Fotografen machen lassen - ein letztes wirkliches Familienbild, es war kurz nachdem ich ausgezogen war.
Und dort hängt ein Bild von mir. Ein Bild von meinem ersten Schultag. Ich sehe in meine eigenen Augen, in ein Gesicht voller Neugierde und Spannung, Fröhlichkeit, Vorfreude aber auch etwas Angst.
Ich sehe dort mich selbst, mein eigenes Gesicht und erkenne mich. Das bin ich.
Ich gehe zum Spiegel, schaue hinein und erkenne nicht dieses kleine Mädchen, erkenne nicht die Neugierde, Spannung, Vorfreude, Fröhlichkeit, ich erkenne Angst und Traurigkeit.
Das Bild ist schön, ist es wirklich. Es entstand in der Schulaula, die Sonne scheint auf meine Haare, der Hintergrun ist schwarz, als ob der Hintergrund von einem Fotografen dort hin gesetzt wurde. Es ist ein Portrait, ein Zufallsbild udn doch ist es, als ob es lange Zeit und Übung gekostet hätte, es zu stellen. Es ist wundervoll, eine wundervolle Erinnerung.
Meine Augen strahlen auf diesem Bild, ich lächle, unbeschwert, absolut nicht gestellt. Es war ein schöner Tag.
Im Spiegel sehe ich das gleiche Gesicht, 20 Jahre älter (und so sehe ich nicht aus) und so viel bitterer.
Was ist aus mir geworden? Warum bin ich so geworden, wie ich bin?
Wie konnte ich so traurig werden?
Ich versuche ein Lächeln, ein Lachen und sehe keine Ehrlichkeit, keine Liebe.
Ich schaue in meine Augen, dort ist kein Glanz mehr, dort ist Leere, dort ist nichts.
Und wäre das Licht wundervoll und es der beste Fotograf, der das Bild von mir versucht, es wäre nicht so ehrlich und unbeschwert, nicht so wundervoll und schön, wie das Bild von mir am Tag meiner Einschulung. Die 20 Jahre haben mich gezeichnet. Äußerlich nicht so stark, mein Gesicht sieht eher aus wie 10 Jahre älter, doch mein Blick sieht aus, als sei ich schon lange tot.
Sonntag, 20. Oktober 2013
leer und nutzlos
Ich fühle mich so leer und nutzlos.
Ja, ich habe eine Aufgabe und erfülle diese auch, doch sie erfüllt mich gerade nicht.
Es sind andere Probleme, die mir zu schaffen machen.
Seit fast zwei Wochen hat mein Leben keinen richtigen Sinn mehr, also mein momentanes Leben.
Ich frage mich, warum ich hier her gekommen bin und finde darauf keine Antwort mehr.
Ich frage mich, warum ich alles aufgegeben habe und finde darauf keine Antwort mehr.
Ich frage mich, warum ich meine Heimat hinter mir gelassen habe und finde darauf keine Antwort mehr.
Ich frage mich, warum ich meine Familie und meine Freunde hinter mir gelassen habe und finde darauf keine Antwort mehr.
Der einzige Grund, hier her zu kommen war die Liebe und jetzt?
Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob der Spruch im Ring stimmt:
Es ist sein "Verlobungsring" und als ich ihm diesen geschenkt habe, vor noch nicht einmal 2 Jahren, fing alles an, auseinander zu gehen. Und ich bin hier her gekommen, um alles zu flicken. War genau das die falsche Entscheidung?
Waren alle Entscheidungen in diesem Jahr falsch?
Es sind so wenige Worte, die alles, aber auch wirklich alles verändern können, ein tiefes Loch aufreißen und einen hineinstoßen.
"Ich weiß nicht, ob ich dich noch liebe, ob ich dich heiraten und mein Leben mit dir verbringen möchte!"
Ach hätte ich dich nur nicht gefragt, hätte ich doch nur weiter alles ertragen und geschwiegen. Wieder eine falsche Entscheidung.
Und ich frage mich, warum er mir das nicht früher gesagt hat...
In mir ist alles leer und kahl, doch keine weißen Wände, nichts ist aufgeräumt, alles ist schwarz und grau und fliegt unaufgeräumt durcheinander.
Wozu bin ich hier? Weshalb bin ich von denen los gegangen, die mich mein (oder ihr) Leben lang lieben werden, egal was kommt?
Ja, ich habe eine Aufgabe und erfülle diese auch, doch sie erfüllt mich gerade nicht.
Es sind andere Probleme, die mir zu schaffen machen.
Seit fast zwei Wochen hat mein Leben keinen richtigen Sinn mehr, also mein momentanes Leben.
Ich frage mich, warum ich hier her gekommen bin und finde darauf keine Antwort mehr.
Ich frage mich, warum ich alles aufgegeben habe und finde darauf keine Antwort mehr.
Ich frage mich, warum ich meine Heimat hinter mir gelassen habe und finde darauf keine Antwort mehr.
Ich frage mich, warum ich meine Familie und meine Freunde hinter mir gelassen habe und finde darauf keine Antwort mehr.
Der einzige Grund, hier her zu kommen war die Liebe und jetzt?
Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob der Spruch im Ring stimmt:
Amor vincit omnia - die Liebe siegt immer
Es ist sein "Verlobungsring" und als ich ihm diesen geschenkt habe, vor noch nicht einmal 2 Jahren, fing alles an, auseinander zu gehen. Und ich bin hier her gekommen, um alles zu flicken. War genau das die falsche Entscheidung?
Waren alle Entscheidungen in diesem Jahr falsch?
Es sind so wenige Worte, die alles, aber auch wirklich alles verändern können, ein tiefes Loch aufreißen und einen hineinstoßen.
"Ich weiß nicht, ob ich dich noch liebe, ob ich dich heiraten und mein Leben mit dir verbringen möchte!"
Ach hätte ich dich nur nicht gefragt, hätte ich doch nur weiter alles ertragen und geschwiegen. Wieder eine falsche Entscheidung.
Und ich frage mich, warum er mir das nicht früher gesagt hat...
In mir ist alles leer und kahl, doch keine weißen Wände, nichts ist aufgeräumt, alles ist schwarz und grau und fliegt unaufgeräumt durcheinander.
Wozu bin ich hier? Weshalb bin ich von denen los gegangen, die mich mein (oder ihr) Leben lang lieben werden, egal was kommt?
Montag, 14. Oktober 2013
Hungertagebuch die Xte
Und es ist soweit: Aus der Fressphase wurde eine Hungerphase.
Wie immer mit Essenstagebuch. Oder sollte ich es Hungertagebuch nennen?
Wie es dazu kam ist eine gemeine Geschichte. Ob ich sie erzählen möchte?
Ja, doch ich kann nicht. Es klang alles zu absurd und ist ne Beziehungskiste.
Auf jeden Fall geht es mir noch gut, einigermaßen, vor allem körperlich.
Wie immer mit Essenstagebuch. Oder sollte ich es Hungertagebuch nennen?
Wie es dazu kam ist eine gemeine Geschichte. Ob ich sie erzählen möchte?
Ja, doch ich kann nicht. Es klang alles zu absurd und ist ne Beziehungskiste.
Auf jeden Fall geht es mir noch gut, einigermaßen, vor allem körperlich.
Samstag, 5. Oktober 2013
und mit jedem weiteren Schritt kommt die Traurigkeit wieder
Es sind Bahnhöfe, die mein Leben momentan verändern.
Abfahrt und Ankuft, gelbe und weiße Tafel.
Eigentlich sollten es schwarze und weiße Tafel sein, zumindest sind sie das für mich.
Montag, kurz nach 14 Uhr weiße Tafel: Gleis 14
Noch über eine halbe Stunde, wo sie wohl dort ankommen? Wo sie dort wohl sitzen? Ob sie erwarten, dass ich am Gleis stehe?
Nervös gehe ich auf dem Bahnsteig auf und ab, wippe mit den Beinen, wenn ich stehe. Mein Herz klopft schneller, die Zeit vergeht zu langsam. Die Musik in meinen Ohren ist ausnahmsweise mal fröhlich: Georges Bizet Farandole aus der Suite L'Arlésienne
Der Zug fähr ein, ich sehe das Gesicht meines Vaters, glaube ich, kann es nicht glauben, warte ab. Der Zug hält, hinten steigen sie nicht aus, das vorne muss er gewesen sein. Ich laufe nach vorne, sehe die strahlenden Gesichter meiner Eltern. Ich kämpfe mit den Tränen und bin fröhlich, erleichtert, von ihnen in den Arm genommen zu werden.
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag haben wir große Teile des Tages gemeinsam verbracht.
Dienstag waren wir Vormittag und frühen Nachmittag unterwegs in der Stadt, gemeinsam Kaffeetrinken und Mittagessen, abends kamen sie zu uns.
Mittwoch haben wir uns am späten Nachmittag getroffen, waren abends zusammen essen - Fisch (ja, ich esse ab und zu Fisch, aber nur ganz frischen und auch nicht wirklich oft).
Donnerstag: Zoobesuch - vielleicht irgendwann mal Bilder davon? Ich brauche eine richtige Kamera!
Freitag, kurz nach 14 Uhr schwarze Tafel Gleis 14
Ich laufe von zu Hause los. Noch mehr als eine Stunde, bis sie abafahren. Unendlich lange kommt es mir vor, dass ich sie nicht mehr gesehen habe, unendlich kurz die Zeit, die wir noch zusammen verbringen können. Die Musik in meinen Ohren macht meine Stimmung nicht besser.
Nervös laufe ich am Bahnsteig auf und ab, bis meine U-Bahn endlich kommt. Die Fahrzeit bis zum Bahnhof zieht sich unenedlich lange hin.
Ich schaue auf die gelbe Abfahrttafel, Reiseziel: Gleis 12. Ich laufe zu Gleis 12, Bahnsteif rauf, Bahnsteig runter, die Zeit vergeht, meine Eltern sind nicht da. Ich schaue auf die Zugnummer, ziehe mein Handy aus der Tasche, lese die SMS meines Vaters...ein anderer Zug, ein anderes Gleis - Mist, kostbare Zeit verloren.
Anderes Gleis, da stehen sie, ich sehe sie von weitem, sie mich nicht.
"Wie schön, dass du da bist, wir hatten gar nicht damit gerechnet, dass du kommst." und eine herzliche Umarmung, meine Mutter küsst mich, ich könnte weinen.
Wir reden die letzten Minuten noch miteinander, der Zug fährt ein, wir laufen zum richtigen Wagen, meine Eltern steigen ein.
Das war also die lang herbeigesehnte Woche mit meinen Eltern.
Die letzten Momente, durch die dunkel getönten Scheiben des ICE sehe ich sie noch den Platz suchen und finden, mein Vater wuchtet die Koffer auf die Gepäckablage, beide bleiben stehen und winken mir lächelnd zu. Ich lächle zurück. Es ist ein falsches Lächeln, innerlich weine ich und kämpfe mit meinen nervös wackelnden Beinen.
"Am Gleis 14 bitte einsteigen" schnarrt es aus dem Lautsprecher, die Türen schließen, ein Pfiff ertönt.
Sie winken, ich winke.
Sie lächeln, ich lächle, so lange, bis ich sie nicht mehr sehen kann.
Noch immer winke ich doch ich lächle nicht mehr, ich weine.
Meine Wangen fließen dicke Tränen hinab. Ich wende mich vom Zug ab, von den Menschen, die am Gleis 13 aussteigen, wische mir über das Gesicht, schnäuze die Nase und gehe Richtung Ausgang.
Mit jedem weiteren Schritt entferne ich mich weiter von meinen Eltern und mit jedem weiteren Schritt kommt die Traurigkeit wieder, die in den letzten Tagen nicht da war - ich bin allein zwischen all den tausend Menschen hier am Bahnhof, Muttervaterseelenallein.
Abfahrt und Ankuft, gelbe und weiße Tafel.
Eigentlich sollten es schwarze und weiße Tafel sein, zumindest sind sie das für mich.
Montag, kurz nach 14 Uhr weiße Tafel: Gleis 14
Noch über eine halbe Stunde, wo sie wohl dort ankommen? Wo sie dort wohl sitzen? Ob sie erwarten, dass ich am Gleis stehe?
Nervös gehe ich auf dem Bahnsteig auf und ab, wippe mit den Beinen, wenn ich stehe. Mein Herz klopft schneller, die Zeit vergeht zu langsam. Die Musik in meinen Ohren ist ausnahmsweise mal fröhlich: Georges Bizet Farandole aus der Suite L'Arlésienne
Der Zug fähr ein, ich sehe das Gesicht meines Vaters, glaube ich, kann es nicht glauben, warte ab. Der Zug hält, hinten steigen sie nicht aus, das vorne muss er gewesen sein. Ich laufe nach vorne, sehe die strahlenden Gesichter meiner Eltern. Ich kämpfe mit den Tränen und bin fröhlich, erleichtert, von ihnen in den Arm genommen zu werden.
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag haben wir große Teile des Tages gemeinsam verbracht.
Dienstag waren wir Vormittag und frühen Nachmittag unterwegs in der Stadt, gemeinsam Kaffeetrinken und Mittagessen, abends kamen sie zu uns.
Mittwoch haben wir uns am späten Nachmittag getroffen, waren abends zusammen essen - Fisch (ja, ich esse ab und zu Fisch, aber nur ganz frischen und auch nicht wirklich oft).
Donnerstag: Zoobesuch - vielleicht irgendwann mal Bilder davon? Ich brauche eine richtige Kamera!
Freitag, kurz nach 14 Uhr schwarze Tafel Gleis 14
Ich laufe von zu Hause los. Noch mehr als eine Stunde, bis sie abafahren. Unendlich lange kommt es mir vor, dass ich sie nicht mehr gesehen habe, unendlich kurz die Zeit, die wir noch zusammen verbringen können. Die Musik in meinen Ohren macht meine Stimmung nicht besser.
Nervös laufe ich am Bahnsteig auf und ab, bis meine U-Bahn endlich kommt. Die Fahrzeit bis zum Bahnhof zieht sich unenedlich lange hin.
Ich schaue auf die gelbe Abfahrttafel, Reiseziel: Gleis 12. Ich laufe zu Gleis 12, Bahnsteif rauf, Bahnsteig runter, die Zeit vergeht, meine Eltern sind nicht da. Ich schaue auf die Zugnummer, ziehe mein Handy aus der Tasche, lese die SMS meines Vaters...ein anderer Zug, ein anderes Gleis - Mist, kostbare Zeit verloren.
Anderes Gleis, da stehen sie, ich sehe sie von weitem, sie mich nicht.
"Wie schön, dass du da bist, wir hatten gar nicht damit gerechnet, dass du kommst." und eine herzliche Umarmung, meine Mutter küsst mich, ich könnte weinen.
Wir reden die letzten Minuten noch miteinander, der Zug fährt ein, wir laufen zum richtigen Wagen, meine Eltern steigen ein.
Das war also die lang herbeigesehnte Woche mit meinen Eltern.
Die letzten Momente, durch die dunkel getönten Scheiben des ICE sehe ich sie noch den Platz suchen und finden, mein Vater wuchtet die Koffer auf die Gepäckablage, beide bleiben stehen und winken mir lächelnd zu. Ich lächle zurück. Es ist ein falsches Lächeln, innerlich weine ich und kämpfe mit meinen nervös wackelnden Beinen.
"Am Gleis 14 bitte einsteigen" schnarrt es aus dem Lautsprecher, die Türen schließen, ein Pfiff ertönt.
Sie winken, ich winke.
Sie lächeln, ich lächle, so lange, bis ich sie nicht mehr sehen kann.
Noch immer winke ich doch ich lächle nicht mehr, ich weine.
Meine Wangen fließen dicke Tränen hinab. Ich wende mich vom Zug ab, von den Menschen, die am Gleis 13 aussteigen, wische mir über das Gesicht, schnäuze die Nase und gehe Richtung Ausgang.
Mit jedem weiteren Schritt entferne ich mich weiter von meinen Eltern und mit jedem weiteren Schritt kommt die Traurigkeit wieder, die in den letzten Tagen nicht da war - ich bin allein zwischen all den tausend Menschen hier am Bahnhof, Muttervaterseelenallein.
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