Ihr habt ja teil nehmen dürfen an der Beziehungskrise, die ich gerade durchmache. Doch es kam noch schlimmer.
"Aber das nächste wird dann unser Wochenende!", habe ich noch vor einer Woche gesagt, glücklich, weil er sein Versprechen, mich zu heiraten doch einlösen wollte, obwohl er zweifelt(e).
Die letzten zwei Wochenenden hatten wir kaum etwas voneinandern, er am Samstag jeweils nen dicken Kater und ich musste auch arbeiten.
Ich hatte Pläne: Samstag vormittag einen gemeinsamen Spaziergang, Mittag oder Abendessen zu zweit in einem Restaurant, das wir schon lange ausprobieren wollten, gemeinsam den Tag ausklingen lassen, vielleicht Kino, das hatten wir schon seit Weihnachten vor.
Es kam anders.
Schon die Woche über wurde er wieder stiller, ja stumm könnte man es nennen.
Am Samstag früh eröffnete er mir, er wolle shoppen gehen. Mein Vorschlag, statt mit der Bahn zu fahren doch zu laufen prallte an ihm ab. Ja, -15°C über 1,5h wäre schon sehr kalt...aber danach so einen schönen warmen Kaffee?!
Gut, also fahren, kein Problem, ich komme mit, es soll ja unser Wochenende werden.
Er hat meine Hand kaum gehalten, als ich sie ihm gegeben habe, er hat mich kaum angesehen, er hat kaum ein Wort mit mir gesprochen, wie die Woche über schon.
Kaum waren wir wieder zu Hause, knallt er sich vor den Fernseher, sagt kein Wort, macht nichts mit mir. Schaut mich nichtmal an. Ich koche ihm, damit wir wenigstens was zusammen machen.
Er schaut den Rest des Tages fern und ich traue mich nicht, ihn anzusprechen. Dafür nehme ich sein IPad und dank Cloud sind natürlich die Fotos von seinem Handy auch darauf geladen. Fotos vom letzten Samstag, er kann sich ja angeblich an nichts mehr erinnern, die Fotos zeigen ihn mit der Kollegin, so nah, wie er mich seit Samstag
Irgendwie zerreißt es mir das Herz, auch wenn ich mir sicher bin, dass es nur mein Empfinden ist.
Am Abend konnte ich den Schein nicht mehr länger bewahren, habe mich ins Bett gelegt, eine runde geweint
Irgendwann schaltete ich das Licht aus, schlief ein, wachte auf, er war nicht da. Lag im Wohnzimmer, bei laufendem Fernseher, eingeschlafen.
Sonntag lief genau gleich weiter, er wortreich wie ein Fisch, ich kurz vorm zusammenbrechen. Saß in meinem Zimmer und habe geweint. Hoffte, er käme zu mir, um mich in den Arm zu nehmen, um nur ein Mal in dieser Woche zu zeigen, dass er mich lieb hat.
Am Nachmittag war es dann auch so weit. Ich konnte nicht mehr und habe ihn konfrontiert, damit, dass es mir zu viel ist, damit, dass ich mit seinem Verhalten nicht mehr klar komme.
Ich weiß nicht, wie viel Kraft ich in den nächsten Tagen haben werde, sicherlich nicht genügend, zu bloggen.
Vielleicht sind ein paar von euch so lieb und wünschen mir einfach Kraft und das Glück, dass er sich besinnt.
Bis dahin bleiben meine Augen wohl doch weiterhin voller Tränen.