Samstag, 30. November 2013

All I want for Christmas...

Draußen ist es kalt, eisige kalt. Zumindest für mich.
Es ist nicht mehr so kalt wie noch Anfang der Woche: -10°C am Morgen und den ganzen Tag unter 0°C, die Kiddies laufen auf dem Sportplatz "Schlittschuh".

Hier drinnen ist es schön warm, der Cappuccino in meinen Händen wärmt auch sie.
Mein Ring rutscht noch immer fast von meiner Hand, so kalt sind sie gerade.
Nein, wir waren nicht lange draußen, eigentlich nur den knappen Kilometer zur Bahn und zwischen den Geschäften etwas hin und her. Und trotzdem ist mein Körper durch und durch kalt.

Es riecht gut in diesem Kaffeehaus, nach Kaffee, nach Kuchen, nach Essen.
Wir sitzen uns gegenüber, trinken unseren Kaffee und reden kaum. Mein Liebster wirkt müde, ich bin gerade nicht fähig.

Am einen Tisch neben uns sitzen zwei ältere Paare und scherzen.
"Einen Milchkaffee und einen Apfelstrudel, bitte!", sagt die eine Frau, die beiden Männer bestellen Kaffee und Käsekuchen. Die zweite Frau trinkt einen Eiskaffee mit Schuss und isst auch einen Kuchen.

Am anderen Nachbartisch sitzt ein Paar. Sie haben sich gemeinsam auf die Bank an der Wand gesetzt und auf den Stuhl gegenüber eine ganze Menge an Tüten gestellt.
Beide essen einen Streuslekuchen mit Sahne und trinken heiße Schokolade, auch mit Sahnehaube.

Weiter rechts sitzen drei Frauen. Drei Freundinnen. Sie Essen Ofenkartoffel, später bestellen sie Nachtisch.
Am Fenster sitzen zwei Frauen. Die eine ist sehr dünn, jedoch mit wahnsinniger Oberweite. Der erste Gedanke ist, dass diese nicht natürlich so gewachsen sein kann. Ihr Gesicht ist ebenmäßig und leicht gebräunt. Die andere ist nicht ganz so perfekt. Auch diese beiden essen Kuchen, nein, sie essen Torte und trinken Milchkaffee. Sie nehmen die Gabel voll und schieben sie genüsslich in den Mund.

Um mich herum essen alle. Und alle scheinen dieses Essen zu genießen. Sie haben genau das gewählt, weil sie auf genau das Appetitt hatten, weil genau das für sie in dem Moment genau das war, was sie wollten. Genießen das Essen, ohne darüber nachzudenken, an welcher Stelle des Essens am Tag sie sparen müssen, um sich das zu erlauben.

Meine Gedanken dagegen sind krank. Sie kreisen um Kalorien und zwingen meine Beine, sich zu bewegen, auf dem Stuhl nach vorne zu rutschen.
"Heute hast du schon gegessen: Ein Brötchen mit Honig und du hast diesen Cappuccino getrunken. Heute heißt es am Abend sparen!"
Schon um 15 Uhr mache ich mir Gedanken darüber, was ich an diesem Tag noch zu mir nehmen kann und weiß, dass ich mich, wie immer nicht daran halten werde, dass es am Ende des Tages doch mehr sein wird, als ich zu diesem Zeitpunkt einplane.
Heute ist es nicht arg viel mehr geworden, genügend um das Gewicht zu halten, denke ich, zu viel um abzunehmen.

Und das, was ich mir am meisten wünsche gerade ist, endlich nicht mehr darüber nachzudenken und mir diesen Druck nicht mehr zu machen.
Diesen Wunsch kann nur ich mir erfüllen...aber wie?!

Mittwoch, 27. November 2013

Weihnachten naht

Weihnachten naht mit viel zu großen Schritten. Wann auch immer ich mich um Geschenke kümmern soll, ich komme noch nicht einmal mit der Arbeit nach.
Momentan ist es wirklich schlimm. Ich sehe kein Land mehr.
Zu nichts habe ich mehr Zeit.
Noch nicht einmal mehr die Kraft, mich selbst. Zu disziplinieren.
Seit Tagen macht mein Körper schon nicht mehr mit: Kopf-, Bauch-, Rückenschmerzen, Schwindel, Eiseskälte, schlechte Haut und Haare und seit gestern Tinnitus.
Zu viel Lärm und zu wenig Erholung.

"Du siehst müde aus" hat man nur die letzte Tage unter dicken Schichten auf meinem Gesicht nicht gesehen, heute hatte ich dazu keine Kraft.

Weihnachten naht mit zu kleinen Schritten, ich brauche so bald wie möglich Pause!

Mittwoch, 20. November 2013

6666

6666 ist die Zahl des Tages.
Sie stach mir direkt ins Auge, als ich in meinen Bloggeraccount kam.

Es sind die Aufrufe meiner Seite.

Nicht besonders viel in immerhin schon über einem Jahr und gleichzeitig mehr als 200 Einträgen. Doch die Zahl zu sehen ist ... lustig?!

Zur Zeit läuft nichts besonders gut. Arbeit nervt gerade. Ja, es macht Spaß aber es ist soo anstrengend gerade. Täglich noch zu Hause arbeiten, nie vor 11 ins Bett und doch nichts privat gemacht.
Sport ist zur Zeit zeitlich auch nicht möglich.
Mein Appetitt undbändig, gefühlt. Mein Gewicht nun ja, äh, ok (vielleicht).

Zeit für Hobbies habe ich nicht mehr. Gerne würde ich wieder mehr für mich machen. Am Wochenende gehen wieder meine Kolleginnen weg, diesmal ohne mich. Diese Woche habe ich noch nicht einmal Wochenende, am Freitag arbeite ich von 9 bis Samstag 9 durchgängig - wahrscheinlich. Offiziell habe ich zwischen 22 Uhr und 9 Uhr Pause doch sind zu wenig Aufsichtspersonen für unsere Aktion über Nacht da. Also werde ich wohl in dieser Zeit nicht schlafen sondern versuchen mich wach zu halten und Aufpasser spielen.

Und meine Weihnachtsgeschenke bleiben auf der Strecke. Für meinen Liebsten muss ich noch das Geburtstagsgeschenk fertig machen.
Immerhin hatte ich schon die Idee ;-)

Ich hoffe, ihr habt mehr Zeit, als ich.

Sonntag, 17. November 2013

"Die Nordluft tut dir gut!"

Es war eine anstrengende Woche und die nächste wird nicht besser. Ich arbeite momentan nur noch. Morgens um 6 Uhr aus dem Bett, anziehen, zähneputzen, auf zum Bus, arbeiten, nach Hause fahren, arbeiten, Tasche packen und schlafen gehen...um 11 oder 12 Uhr nachts.

Dazu waren diese Woche Freunde da. Mein Ex und seine anstrengende Freundin.
Wir waren Dienstag essen. Sie (und auch er) hat wahnsinnig zu genommen. In dem Restaurant, in dem wir waren, war es etwas eng, superurig und gemütlich. Wir mussten den Tisch verschieben "Ich bin zwar schlank aber so schlank nicht!" war ihre aussage und ich denk mir nur: "Ich bin schon fett, und du noch weit dicker!". Neben ihr sehe ich aus, wie ein Handtuch.
Die Dame hat ja lauter "Nahrungsmittelunverträglichkeiten" allerdings nur so lange, wie sie weiß, dass die Nahrungsmittel drin sind. In ihrer Soße war 100%ig Sahne, die sie eigentlich nicht essen kann, aber an diesem Abend...

Freitag waren sie dann zum Abendessen (natürlich musst eich kochen, dafür den ganzen Tag hungern) da. Sie hatten noch Knabberzeugs dabei und auch da haben sie reingeschlagen - ich weiß, warum sie so fett sind.
Madame hatte keinen Spaß bei Blackstories, wir drei anderen haben uns köstlich amüsiert.

Gestern war eine Geburtstagsfeier bei einem Bekannten. 40 ältere und jüngere Menschen zusammen unterwegs in einer Stadt und abends in einem Lokal in der Lüneburger Heide. Es war super. Da wir verschlafen hatten, gab es bis 16 Uhr zwei Kaffee und um etwa 16 Uhr einen Wecken. Im Lokal Buffet...raussuchen, was das Gewissen zu lässt ist was tolles. Beim Buffet bekommt auch keiner mit, was man nicht isst, denn es sehen ja nicht alle, was zu Beginn auf dem Teller war. Insofern eine tolle Geburtstagsfeier. Auch sonst war es lustig, viele alte Bekannte aus der Heimat waren angereist. Die Lüneburger haben wir zum zweite Mal gesehen.

Viele haben sich erkundigt, wie es uns geht. Es sind einige auch stolz darauf, was wir erreicht haben "Ihr seid noch so jung und erfolgreich. So viel wie ihr erreichen nicht alle in ihrem Leben" - schön, dass ihr das so seht, gelebt haben wir oder vor allem ich noch nicht wirklich, das merke ich immer mehr. Vor allem,  nachdem hier auch noch Freunde und Hobbies fehlen. Oft bin ich alleine, fühle mich auch so. Fühle mich so abhängig von meinem Liebsten, denn er ist mein Halt hier.
Ich vermisse meine Heimat noch immer so sehr und komme mit dem Leben hier auch noch immer nicht richtig klar. Die Krankheit holt mich immer mehr ein. Die Körperschemastörung ist furchtbar. Wie schlimm sie ist, ist mir tatsächlich dieses Wochenende aufgefallen. Neben anderen Frauen vor einer spiegelnden Fläche stehen, hilft mir dabei, zu erkennen, wie ich aussehe. Doch heute vor dem Spiegel...nun ja.
Beim Abschied sagte einer der älteren Herren (er und seine Frau haben einen Narren an meinem Liebsten und mir gefressen. Sie sehen uns wohl als Musterbeispiel und prahlen immer wieder) zu mir: "Die Nordluft tut dir gut!" - in dem Moment dachte ich mir: Heute tat mir gut! Viele gute Gespräche auf hohem Niveau - wie auch nicht unter lauter Akademikern - mit Menschen, die mir mindestens etwas bedeuten, mir denen ich in den letzten Jahren viel Zeit verbracht habe...Nicht die Nordluft, die wenigen Stunden mit der Heimat in der Fremde haben mir gut getan.
Wenn es solche Momente doch nur öfter gäbe....

Samstag, 2. November 2013

Entscheidungen

Diese Woche war ich mal wieder Strohwittwe, mein Liebster auf Fortbildung.
Ich und das Alleinsein, das passt sowas von gar nicht zusammen.
Noch dazu bin ich krank geworden, musste trotzdem arbeiten, musste zwei Kuchen backen (scheiß Nascherei) und habe wahnsinnig mit dem Drang kämpfen müssen, das, was ich esse, wieder los zu werden.
Seit fast zwei Jahren bin ich kotzfrei und genau das ist es, was mich momentan abhält. Diese etwa 700Tage, die ich nicht einfach auf den Müll werfen will.
Mein Wunderwerk von Körper braucht momentan so wenig Nährstoffe, dass ich mit durchschnittlich 1500kcal am Tag gerade so mein Gewicht halte.
Meinen Kollegen ist diese Woche mein weniges Essen aufgefallen. Ein Wunder, dass es erst jetzt passiert ist. Und was für ein noch größeres Wunder, dass ich auch noch krank bin. Mittagessen war um 11.30Uhr und meine Argumente "Um die Uhrzeit habe ich sowieso nie Hunger und diese Woche ist es mit dem Appetitt irgendwie nicht so gut. Kann ich mir auch irgendwie nicht verübeln!" haben sie zum lachen gebracht und überzeugt.
Abends ging dafür wirklich die Gedankenspirale los. Und damit auch das Essen.
Und was mir so durch den Kopf ging, war vor allem meine Beziehung und meine Zukunft.
Will ich mit einem Mann leben, der mir offen sagt, dass er vielleicht keine Kinder mit mir haben will oder vielleicht noch schlimmer, der offen sagt, dass er nicht weiß, ob er sein Leben mit mir verbringen will?
Mit einem Mann, der bei der Frage nach unserer eigentlich für nächsten Sommer geplanten Hochzeit ausweichende Antworten gibt?

Meine Antwort auf diese Frage war am Abend, bevor er wieder kam: "NEIN!"
Meine Entscheidung war, ihm das in einem Brief mitzuteilen, Ring und Kette dazu zu legen und alles für eine Nacht mit zu nehmen um dann am nächsten Tag zu entscheiden, ob ich auf Arbeit bleibe oder nicht.
In diesem Brief hatte ich ihm auch geschrieben, was mich dazu bewegt und ob er sich vorstellen kann, an diesen Gründen zu arbeiten.

Ich blieb dann so lange, bis er mit Sicherheit zu Hause sein musste. Und es kam dann auch eine SmS mit der Bitte, ich solle doch nach Hause kommen.

Und auch er hatte sich entschieden. Für mich!

Ein Grund war jedoch, dass er in letzter Zeit einige Entscheidungen gefällt hat, die uns beide betreffen. Auch, sollte es diese geben (ich gehe momentan davon aus), unsere gemeinsame Zukunft.
Altersvorsorge, Versicherungen,...
Als ich daran gearbeitet habe, hatte ich ihn vor meiner Entscheidung zu seiner Meinung gefragt. Er hatte das nicht gemacht, mir mitgeteilt, er habe jetzt unterschrieben und mir nur auf Nachfrage gesagt, was er unterschrieben hatte.
Er hatte am letzten Wochenende auch entschieden, dass seine Eltern diesen Freitag am frühen Abend zu Besuch kommen dürfen. Ich stand daneben und dachte nur: "Oh Scheiße, diese Wochenende waren wir nicht da, ich hatte einfach unter der Woche keine Zeit neben der Wäsche und dem Abwasch auch noch zu putzen, die Wohnung sieht aus wie Sau und auf dich kann ich ja gerade nicht zählen. Aber ok, ich habe ja noch 5 Tage Zeit!"
Allerdings war ich dann krank und hatte dazu doch keine Zeit.
Und genau das habe ich ihm an den Kopf geknallt. In den letzten Monaten hat er im Haushalt quasi nichts getan. Und wenn, dann waren es seine Hemden, die er gebügelt hat und meine Sachen blieben liegen.

Er hat sich diese Woche dafür entschieden, zu kämpfen...