Sonntag, 23. September 2012

Allein

Ich hab es heute mal wieder nicht hin bekommen, aufzustehen, mich aufzuraffen. Wie so oft in letzter Zeit, wenn ich es nicht musste.
Ins Bett gehe ich erst wahnsinnig spät, ich werde nicht müde, habe Einschlafstörungen. Wenn ich dann mal schlafe, wirre Träume und werde oft nachts durch meinen Kater geweckt.
Am Morgen bin ich dann müde, möchte wieder einschlafen, es funktioniert nicht immer, aber ich bleibe liegen um nichts unversucht zu lassen, es könnte ja sein, ich träume wenigstens noch gut.
Sonntags ists am schlimmsten, das ist dann der zweite Tag ohne Menschen. Gut, ich telefoniere, aber das ist nicht wirklich, keinem Menschen gegenüber stehen und mit ihm reden können.
Tags aufgraffen zum Arbeiten kann ich mich auch nicht, ich schaue lieber irgendeinen Mist im Fernsehen, um träumen zu können, von einer besseren Zukunft, in der ich nicht mehr alleine in meiner Räuberhöhle sitze.
Immerhin ist mein Kühlschrank recht leer, so dass ich gar nicht so wirklich in die Verlegenheit komme, viel zu essen. Ich will und muss es wieder schaffen, normal zu werden und normal heißt für mich 5 Kilo runter, mindestens, nach unten offen. Und mein Verstand sagt, dass ich normal bin.
Immer wenn ich allein bin, denke ich darüber nach, dauernd und ausdauernd, kann gar nicht anders, Verstand und Krankheit streiten sich. Und wenn dann das Telefon klingelt: Lächeln aufsetzen, stark sein, nicht müde klingen, nicht traurig, lachen, lustig sein, darauf achten, dass sich keiner Sorgen macht, auf Essensfragen eine Antwort parat haben, bloß kein Aufsehen erregen. Hoffen, dass keiner Verdacht schöpft. In mir siehts halt anders aus, als es sollte und ich habe gerade keine Kraft, daran zu arbeiten - bin zu oft allein.

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